Angespannte Finanzlage: Uniklinik Regensburg nimmt Stellung

Das Uniklinikum Regensburg steht vor einer sehr großen Herausforderung – es muss aus den roten Zahlen raus und gleichzeitig die Versorgung der Patienten hier in der Region sicher-stellen. Angesichts schwieriger Geschäftszahlen, konkret einem Defizit von aktuell knapp vierzehn Millionen Euro, soll mit externen Partnern jetzt ein Konsolidierungs-Konzept erarbeitet werden, um die wirtschaftliche Lage der Uniklinik zu stabilisieren, hieß es heute bei einer Pressekonferenz. Einen Personal-Kahlschlag wird es demnach nicht geben.

Hier die original-Presse-Mitteilung vom Uniklinikum Regensburg:

UKR reagiert auf wirtschaftliche Herausforderungen und setzt Prioritäten für die Zukunft

Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) steht – wie viele Krankenhäuser in Deutschland – vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Die gesundheitspolitischen und finanziellen Rahmenbedingungen verschärfen den Druck auf die Kliniken und erschweren eine verlässliche Planung. Auch das UKR ist von diesen Entwicklungen betroffen und muss auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren.

In den vergangenen Wochen wurde in der öffentlichen Diskussion wiederholt über einen möglichen Stellenabbau am UKR berichtet. Dabei wurde unter anderem die Zahl von 64 Arztstellen genannt. Diese Zahl entspricht nicht den tatsächlichen Planungen des UKR.

„Die Kündigung von 64 Arztstellen, wie verschiedentlich kolportiert, wird es nicht geben“, sagt Sabine Lange, Kaufmännische Direktorin des UKR. „Gleichzeitig müssen wir unsere Strukturen, Prozesse und den Personaleinsatz kritisch überprüfen, um den wirtschaftlichen Herausforderungen verantwortungsvoll zu begegnen.“

Personalplanung wird an veränderte Rahmenbedingungen angepasst
Notwendige Personalanpassungen sollen nach aktuellem Stand über natürliche Fluktuation, das Auslaufen befristeter Beschäftigungsverhältnisse sowie eine sorgfältige Prüfung von Nachbesetzungen erfolgen. Nachdem die Zahl der Beschäftigten seit 2019 um mehr als 400 Vollkräfte gewachsen ist, wird künftig eine deutlich zurückhaltendere und stärker an Leistungszahlen orientierte Personalplanung erforderlich sein.

„Es geht nicht um einen Kahlschlag, aber wir können die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht ignorieren“, ergänzt Professor Dr. Oliver Kölbl, Ärztlicher Direktor des UKR. „Unser Ziel ist es, Versorgung, Forschung und Lehre langfristig zu sichern und gleichzeitig die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des UKR zu erhalten.“

Defizit macht Konsolidierung notwendig                                                                                                                                                                              Die wirtschaftlichen Herausforderungen spiegeln sich auch in den Geschäftszahlen wider. Nach vier Jahren mit positiven Jahresergebnissen schloss das UKR das Jahr 2025 mit einem Defizit von 13,7 Millionen Euro ab. Durch das negative Jahresergebnis 2025 befinden wir uns in der sog. bilanziellen Überschuldung. In dieser Situation hilft uns die Gewährträgerschaft des Freistaates Bayern. Diese Bilanzkennzahl zeigt die Dringlichkeit und Notwendigkeit aktiven wirtschaftlichen Handelns. „Die Finanzierung der stationären Versorgung steht bundesweit unter erheblichem Druck“, erklärt Sabine Lange. „Aktuelle politische Entwicklungen und Gesetzesvorhaben lassen nicht erwarten, dass sich die Situation kurzfristig verbessert. Deshalb müssen wir frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um die wirtschaftliche Stabilität des UKR zu sichern.“ Derzeit arbeitet das UKR gemeinsam mit externen Partnern an einem Konsolidierungskonzept. Ziel ist es, Erlöse sowie Personal- und Sachaufwendungen wieder in ein tragfähiges Verhältnis zu bringen und die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Klinikums langfristig zu erhalten.

Patientenversorgung bleibt zentrale Aufgabe                                                                                                                                                                      Ungeachtet der wirtschaftlichen Herausforderungen bleibt die Versorgung der Patientinnen und Patienten die wichtigste Aufgabe des UKR. Als Universitätsklinikum und Supramaximalversorger für mehr als zwei Millionen Menschen in Ostbayern trägt das UKR eine besondere Verantwortung für die regionale Gesundheitsversorgung. Diese Verantwortung kann jedoch nur erfüllt werden, wenn medizinische Qualität und wirtschaftliche Stabilität gleichermaßen gesichert werden. Die notwendigen Anpassungen dienen deshalb auch dazu, die Leistungsfähigkeit des Klinikums langfristig zu erhalten.

Gezielte Investitionen in zentrale Zukunftsbereiche                                                                                                                                                      Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage investiert das UKR weiterhin in ausgewählte Bereiche der Patientenversorgung, Medizintechnik und Digitalisierung. Der Fokus liegt dabei auf Maßnahmen, die die medizinische Versorgung stärken und notwendige strukturelle Weiterentwicklungen ermöglichen. Zu den jüngsten Entwicklungen zählen die Inbetriebnahme neuer postoperativen Wachstation (PACU) und dem Ausbau der Stroke Unit für Schlaganfallpatienten sowie die Eröffnung eines speziellen Bereichs für ambulante operative und interventionelle Versorgung zum 1. Juli 2026. Darüber hinaus werden bestehende Versorgungsangebote bedarfsgerecht weiterentwickelt.

Insgesamt investiert das UKR jährlich rund 10 bis 15 Millionen Euro in medizinische Infrastruktur und Medizintechnik sowie in den letzten Jahren weitere rund 10 Millionen Euro in die Digitalisierung. Künftige Investitionen werden dabei konsequent auf ihren medizinischen Nutzen und ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit geprüft. „Wir müssen wirtschaftlich verantwortungsvoll handeln und gleichzeitig die Voraussetzungen schaffen, um unseren Auftrag auch in Zukunft erfüllen zu können“, sagt Professor Dr. Oliver Kölbl.

Herausforderungen bewältigen und Zukunft sichern
Die kommenden Jahre werden für das UKR anspruchsvoll. Wirtschaftliche Konsolidierung, organisatorische Anpassungen und gezielte Investitionen müssen gleichermaßen gelingen. Ziel bleibt es, die Patientenversorgung sowie die Leistungsfähigkeit in Forschung und Lehre langfristig zu sichern.„Die aktuellen Herausforderungen erfordern klare Prioritäten und verantwortungsvolle Entscheidungen“, fassen Sabine Lange und Professor Dr. Oliver Kölbl zusammen. „Unser Anspruch ist es, das UKR wirtschaftlich zu stabilisieren und gleichzeitig die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass wir unseren Versorgungs-, Forschungs- und Lehrauftrag auch künftig erfüllen können.“

 

© Bild: UKR // Vincent Schmucker