IHK Regensburg kritisiert Voll-Sperrung der Bahnstrecke Regensburg-Nürnberg

„Diese Vollsperrung wäre vermeidbar gewesen!“ Mit diesen Worten kritisiert die Industrie- und Handelskammer Regensburg die monatelange Sperrung der Bahnstrecke Regensburg-Nürnberg, wegen Generalsanierung. Die Schieneninfrastruktur muss dringend saniert werden, das sei keine Frage, so die IHK für Oberpfalz und Kelheim, die lange Vollsperrung der Bahnstrecke wirkt sich aber deutlich auf Wirtschaft und Arbeitnehmer aus, belastet zahlreiche Unternehmen, Pendlerinnen und Pendler und Azubis. Die IHK fordert von der Bahn, bestmögliche Ersatz-Lösungen, gerade mit Blick auf die nächste Voll-Sperrung einer wichtigen Bahnstrecke in der Region – zwischen Obertraubling und Passau im zweiten Halbjahr.

Hier die original-Pressemitteilung der IHK Regensburg:

Start der Generalsanierung diesen Freitag mit monatelanger Vollsperrung der Schiene zwischen Nürnberg und Regensburg

REGENSBURG. Diesen Freitag beginnt die von der Deutschen Bahn angekündigte Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg. Die Arbeiten erfolgen als durchgehende Vollsperrung von Freitag, 6. Februar, bis Freitag, 10. Juli 2026. Die IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim erkennt die Notwendigkeit der Sanierung an, hinterfragt jedoch die monatelange Komplettsperrung. Die Strecke Nürnberg – Regensburg ist für zahlreiche Unternehmen, Pendlerinnen und Pendler sowie Auszubildende von zentraler Bedeutung. „Es steht außer Frage, dass unsere Schieneninfrastruktur dringend saniert werden muss. Eine Vollsperrung dieser zentralen Verkehrsachse über mehrere Monate hinweg wäre jedoch vermeidbar gewesen und das haben wir im Vorfeld auch immer wieder betont“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes.

Immerhin konnte die IHK seit Ankündigung der Baumaßnahme gegenüber der Bahn deutliche Verbesserungen bei der Planung erwirken, beispielsweise bei den Kapazitäten für den Güterverkehr auf den Ausweichrouten. Die IHK wird die Bauzeit eng begleiten und in kontinuierlichem Austausch mit betroffenen Betrieben, der Deutschen Bahn und der Politik bleiben.

Belastung für Wirtschaft geht weiter

Besonders problematisch sieht die IHK die zeitliche Abfolge weiterer Großbaustellen. Auf die Sperrung zwischen Nürnberg und Regensburg soll in der zweiten Jahreshälfte bereits die nächste Generalsanierung zwischen Obertraubling und Passau folgen. „Die kumulative Wirkung dieser Maßnahmen bedeutet eine enorme Belastung für Betriebe und Beschäftigte in Ostbayern. Für viele Unternehmen ist die Erreichbarkeit ihrer Standorte ein entscheidender Standortfaktor“, erklärt der IHK-Chef.

Vor diesem Hintergrund fordert die IHK weiterhin eine kritische Überprüfung der Bau- und Sperrkonzepte sowie bestmögliche Ersatz- und Entlastungslösungen. „Akzeptanz für notwendige Infrastrukturmaßnahmen entsteht nur, wenn die Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitnehmer ernsthaft berücksichtigt und Alternativen transparent geprüft werden“, so Helmes.

 

 

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