(Sparkasse Regensburg)
Oberbürgermeisterin und Verwaltungsratsvorsitzende Gertrud Maltz-Schwarzfischer dankte der ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Regensburg für ihr großes persönliches Engagement und die erfolgreiche Weiterentwicklung der Sparkasse
Die Sparkasse Regensburg verabschiedete heute mit einer festlichen Veranstaltung im RUBINA Haus Regensburg die bis zum 31. Dezember 2025 amtierende ehemalige Vorstandsvorsitzende Irene Dullinger. Das „Sparkassengewächs“, wie die Vorsitzende des Verwaltungsrates und Oberbürgermeistern Gertrud Maltz-Schwarzfischer Irene Dullinger bezeichnete, geht damit nach 43 Jahren Berufstätigkeit im öffentlich-rechtlichen Sektor in den Ruhestand.
„Irene Dullinger hat die Sparkasse Regensburg in den vergangenen fünf Jahren mit großem persönlichem Einsatz geführt. Sie hat wichtige Fortschritte angestoßen und das Haus als verlässlichen Partner für unsere Region erfolgreich weiterentwickelt“, würdigte Maltz-Schwarzfischer die ehemalige Vorstandsvorsitzende. Dullinger hatte ihre Ausbildung bei der Stadt- und Kreissparkasse Moosburg im Jahr 1983 begonnen. Es folgten weitere Stationen bei den Sparkassen in München, Dingolfing-Landau und Garmisch-Partenkirchen und ein Studium beim Sparkassen Lehrinstitut Bonn. Bevor die diplomierte Sparkassenbetriebswirtin die Leitung der Sparkasse Regensburg übernahm, war sie 17 Jahre Vorstandsmitglied der Sparkasse Freising.
Oberbürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer hob die gesellschaftliche Verantwortung des Geldinstituts hervor. „Für die Menschen und Unternehmen in Stadt und Landkreis ist die Sparkasse eine wichtige und verlässliche Partnerin – in wirtschaftlicher Hinsicht, aber auch als große Arbeitgeberin sowie als Förderin von Kultur, Sport, Umwelt und im sozialen Bereich.“ Mit Initiativen wie dem Nachhaltigkeitspreis oder dem Kommunalforum und ihrem konsequenten Engagement für Personalförderung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf habe Dullinger Maßstäbe gesetzt, die fortwirken werden. „Wir danken Frau Dullinger herzlich für ihre Arbeit und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute.“
Für den Sparkassenverband Bayern und für die Verbundpartner beschrieb Prüfungsstellenleiter Andreas Öttl die bayerischen Sparkassen als sehr solide aufgestellt: „Die Institute haben gelernt, mit unsicheren Rahmenbedingungen umzugehen, haben sich erfolgreich reformiert und sind für die Zukunft gut gerüstet“. Die Sparkasse Regensburg habe unter Führung von Irene Dullinger eine besonders beachtliche Entwicklung genommen: „Das Betriebsergebnis konnte mehr als verdoppelt werden und aktuell zählt die Sparkasse Regensburg aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu den TOP 10 unter den Sparkassen in Bayern, Glückwunsch!“, so der Wirtschaftsprüfer der Sparkassen.
Andreas Öttl würdigte auch die zahlreichen Aktivitäten der Vorstandsvorsitzenden im Verband, die über ihr Wirken in Regensburg hinausgingen. So war Dullinger zum Beispiel im Aufsichtsrat der LBS Süd, im Beteiligungsbeirat und in zahlreichen Arbeitskreisen. Außerdem sei ihr das Thema „Frauen in Führung“ eine Herzensangelegenheit gewesen. „Im Netzwerk „S-Frauen in Führung“ haben Sie bundesweit Frauen Mut für eine Führungsposition in der Sparkassenorganisation gemacht, als Mentorin weibliche Mentees beruflich begleitet und sie ermutigt, sich auf den Weg zu einer eigenständigen Karriere zu machen. Das war und ist von vielen hochgeschätzt“, so Andreas Öttl an Irene Dullinger gerichtet. Als besonderer Gast war Mag. Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell der Einladung von Irene Dullinger gefolgt und stand für einen Austausch zur Verfügung. Die ehemalige Vize-Gouverneurin der Österreichischen Nationalbank war von 2003 bis 2011 Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank. Seither ist ihre Expertise in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen sowie von wissenschaftlichen und gemeinnützigen Organisationen gefragt. Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell ging auf aktuelle Entwicklungen der europäischen Geld- und Finanzmarktpolitik ein. „Unabhängige Notenbanken schaffen Vertrauen in das Finanzsystem“, so ihre Botschaft. Das Banksystem sei heute stabiler als vor der letzten Finanzkrise, aber es sei ein Fehler, jetzt die Regeln wieder lockern zu wollen, Vereinfachungen seien jedoch möglich. Die Finanzexpertin hält Bankenfusionen zur Stärkung des europäischen Finanzsektors für kein Allheilmittel: „Was zählt, sind Kundenzufriedenheit und Profitabilität“, so die Finanzexpertin. Kritisch sieht sie den europäischen Kapitalmarkt. Laut Dr. Tumpel-Gugerell genügt er nicht den Anforderungen – er sei zu zersplittert und es werde zu wenig Risikokapital aufgebracht.
Ihr Plädoyer galt dem Erhalt des Industriestandorts Europa. Dies erfordere Innovationen, günstigere und nachhaltige Energieversorgung und die Nutzung aller Talente: „Unser Wohlstand beruht auch auf Handel, daher ist Abschottung keine Alternative“. Zur Wirtschafts- und Währungsunion, an deren Einführung die frühere Notenbankerin mitgewirkt hatte, sagte Gertrude Dr. Tumpel-Gugerell: „Sie war ein Meilenstein in der europäischen Geschichte, jetzt stehen die wirtschaftliche Souveränität und eine gezielte Industriepolitik im Fokus, entsprechend der Forderungen des Draghi- und des Letta-Reports“. Irene Dullinger griff in ihrer Ansprache zunächst diesen Gedanken auf – Wettbewerbsfähigkeit, so die ehemalige Vorstandsvorsitzende, sei auf allen Ebenen das Gebot der Stunde, auch Sparkassen seien dem Wettbewerb immer stärker ausgesetzt. Umso mehr bedanke sie sich bei den Kundinnen und Kunden sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sparkasse Regensburg. „Es war mir eine Freude und Ehre, mit Ihnen zusammenzuarbeiten“, so Irene Dullinger.
Sie erinnerte an das Jubiläumsjahr 2022, in dem die Sparkasse ihr 200-jähriges Bestehen mit ganzjährigen Veranstaltungen und unter Einbeziehung von Stadt und Landkreis Regensburg feiern konnte. „Unsere Wurzeln sind wichtig, aber gleichzeitig müssen Sparkassen inhaltlich bei neuen Themen schnell gut aufgestellt sein“, so Irene Dullinger. Dies erfordere mehr denn je Investitionen in Aus- und Fortbildung zur Entwicklung breiter fachlicher und Führungskompetenzen. „Es liegen viele Unwägbarkeiten vor uns, angefangen von der derzeitigen schwierigen internationalen Lage bis hin zu den Auswirkungen des Einsatzes von KI“, so Irene Dullinger. Entscheidend seien für eine wirtschaftliche Neuausrichtung Deutschlands bessere Rahmenbedingungen. Sie nannte unter anderem klare Vorgaben der politischen Entscheider, eine seriöse Nachhaltigkeitsdiskussion und den Abbau nicht zielführender Regulierungsvorgaben. Ein klares Bekenntnis zu wirtschaftlichem Erfolg, gesellschaftlicher Vielfalt sowie zur Verfassung und Demokratie sei nicht verhandelbar. „Ein politisches System, das hier nicht klar ist, schwächt sich auch wirtschaftlich“. Der Einsatz von KI werde von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine ständige Weiterentwicklung verlangen. Umso bedeutsamer sei eine Unternehmenskultur, die Entscheidungen noch transparenter mache und Mitarbeiter wertschätzend und auf der Basis von Vertrauen und Respekt einbinde. Sparkassen, so war sich Irene Dullinger sicher, seien auch in Zukunft ein wichtiger Motor für eine gute wirtschaftliche und gemeinwohlorientierte Entwicklung einer Region. „Ich bin zuversichtlich, dass sich wirtschaftlicher Erfolg und ein soziales Gemeinwesen miteinander vereinbaren lassen, auch und gerade mit Unterstützung der Sparkassen“, so Irene Dullinger abschließend. Im Vorfeld ihrer Verabschiedung hatte Irene Dullinger darum gebeten, auf Geschenke zu verzichten und stattdessen eine Spende an die Stiftung Kinder-Universitätsklinik für Ostbayern („KUNO“) vorzunehmen. Frau Oberbürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer gab als Verwaltungsratsvorsitzende im Rahmen der Veranstaltung bekannt, dass die Sparkasse Regensburg eine Spende in Höhe von 2.500 Euro zur Verfügung stellt. Sie bedankte sich beim Vorstand und bei allen weiteren bisherigen Spendern für das großzügige Engagement. Dem Spendenaufruf zu Gunsten der KUNO-Stiftung kann gerne auch noch im Nachgang gefolgt werden.
Bild: Im Uhrzeigersinn: Die ehemalige Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Regensburg Irene Dullinger verabschiedet sich von ihren Vorstandskollegen, Wegbegleitern und engen Kooperationspartnern, sowie von den Verwaltungsratsspitzen Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Frau Landrätin Tanja Schweiger.