Wowereit kann nicht mit den Grünen
Natürlich ist es erfrischend, wenn neue Parteien den Alten Furcht einflößen, indem sie ihnen an der Wahlurne Stimmen entziehen - die einzige Währung, die die Etablierten in der Demokratie überhaupt verstehen und akzeptieren. So sehr es also begrüßenswert erscheint, dass die Piraten gleich auf Anhieb ins Berliner Abgeordnetenhaus eingezogen sind und heute - in einer Umfrage - bundesweit sogar an der Partei "Die Linke" vorbeigezogen sind.
Auf Dauer geht es in der Politik vor allem um Zuverlässigkeit und nicht um schnelle Siege! Dafür aber sind Konzepte nötig, wie sie zum Beispiel den einst rot-grünen Überfliegern der Nation heute offenbar nicht mehr zur Verfügung stehen. Das Scheitern der Koalitionsverhandlungen von SPD und Grünen hat eine Dimension aufgezeigt, die weit über Berlin hinausreicht. Letztlich geht es um die Frage, wie man ein zugegeben großkalibriges Infrastruktur-Projekt wie die Autobahn A100 oder die Startbahn eines Flughafens gemeinsam mit den Bürgern realisieren kann. Nicht von ungefähr haben sich die Spitzen der GRÜNEN in diesen Tagen in der Schweiz umgesehen, wo offenbar Tunnels wie der durch den Gotthard mit Zustimmung der Bürger gebaut wird, während in Deutschland Stuttgart 21 geradezu als Menetekel behandelt wird.
Christian Ude, der designierte SPD-Kandidat für den Posten des bayerischen Ministerpräsidenten, kann schon mal überlegen, wie er mit Blick auf die dritte Startbahn am Flughafen München den Gordischen Knoten zerschlägt. Klaus Wowereit, der Regierende in Berlin, wußte offenbar keine Lösung.
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