Was wird aus Oberpfalz-Nord?

Alarm in der nördlichen Oberpfalz: Die Sparkasse - so wird kolportiert - hat Probleme, die sie offenbar nicht mehr alleine bewältigen kann. Schon ist von einer großen Lösung die Rede, also einer Fusion mit den Sparkassen im Landkreis Schwandorf und der Sparkasse Regensburg. Wie ist das alles einzuschätzen?

Nun, noch stochert die Öffentlichkeit im Nebel herum. Doch dass sich die Bankenaufsicht auch im Gefolge der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie speziell in Bayern als Konseqenz der Misere um die BayernLB auch um die Sparkassen Sorgen, machen muss, ist nicht verwunderlich. Natürlich haben sich generell die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken, also die Volks- und Raiffeisenbanken durchaus gut behauptet. Freilich war mit Blick auf die Sparkassen doch klar, dass der Abschied der bayerischen Institute von ihrem Engagement bei der Bayerischen Landesbank nicht umsonst sein konnte. Schließlich war die Sparkassen-Gruppe mit 50 Prozent an der BayernLB beteiligt. Heute sind es nur noch 4,18 Prozent. Diese Belastung konnten die starken Sparkassen stemmen, die erst vor kurzem neuformierte Sparkasse Oberpfalz-Nord zwischen Tirschenreuth und Weiden aber gehört wohl nicht dazu. Warum dies ist, liegt natürlich auch an dem wirtschaftlichen Gefälle zwische n den einzelnen Regionen.

Ja, wie sieht es denn hier in der Oberpfalz aus? Du kommst gerade von der Pressekonferenz der Agentur für Arbeit. Welche Erkenntnisse ergeben sich aus den aktuellen Zahlen des Arbeitsmarktes? Nun, Gabriele Anderlik, die Chefin der Regensburger Agentur mit Kelheim und Neumarkt, strahlte mit jedem, den sie traf, um die Wette. Und dies mit Recht! Denn mit der Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent jat man in der südlichen Oberpfalz inzwischen bereits den Stand vor der Krise erreicht, und ein Ende dieser positiven Entwicklung erscheint nicht absehbar. Und auch für die gesamte Oberpfalz kann sich die Zahl sehen lassen: Die weniger als 23 000 Arbeitslosen bedeuten eine Quote von 3,9 Prozent. Sieht man jedoch etwas tief hinein in die Oberpfälzer Wirklichkeit, dann fällt auf, dass in der Stadt Weiden eben eine Quote von 7,7 Prozent registriert wird. Und insgesamt entspricht den 3,4 Prozent im Bezirk Regensburg (positiver Spitzenreiter ist übrigens Neumarkt mit nur 2,4 Prozent Arbeitslosigkeit) dort, in der nördlichen Oberpfalz eben ein Wert von 5,2 Prozent.

Auch wenn Artbeitszahlen oft nur eine Momentaufnahme darstellen, zeigen sie doch auf, wie es um die auch langfristige Struktur einer Region bestellt ist. Und dies zeigt sich natürlich auch in Bankbilanzen und den Ergebnissen der jeweiligen Sparkasse. Wie sehr der Süden der Oberpfalz sich entwickelt hat, zeigt eine Zahl, die heute scheidende Pressesprecher der Agentur Regensburg, Walter Straub zum besten gab: Er erlebte noch Zeiten mit 25 000 Arbeitslosen, heute sind es hier 10 000!

Mo. 02. Aug., go


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