Sparkassen-Präsident Zellner 100 Tage im Amt
In dieser Woche sind es 100 Tage her, dass der Chamer Landrat und Präsident des Bayerischen Landkreistages, Theo Zellner, einstimmig an die Spitze des Sparkassenverbands Bayern gewählt wurde. Bedeutend schwerer hatte es da der Bürgermeister von Waldmünchen, Bezirkstagspräsident Franz Löffler, die Nachfolge von Theo Zellner anzutreten. Hier war eine Stichwahl nötig. Ist Theo Zellner bei dem gestrigen Gespräch mit Regensburger Presseclub auch auf diesen lokalpolitischen Aspekt eingegangen?
Ich würde fast sagen: Natürlich nicht! Der Sparkassenverbands-Chef wehrte sich lediglich dagegen, von seinen CSU-Freunden (Du kennst ja die Steigerung von Feind, Erzfeind bis Parteifreund!) zum Sündenbock ihres miserablen Abschneidens bei der Landratswahl gemacht zu werden. Schließlich steht er, als Repräsentant von 73 bayerischen Sparkassen, seit dem 12. April über allen parteipolitischen Interessen, ja er muss es sogar. Und so entwickelte sich ein hochinteressantes Gespräch über Zellners wirtschafts- und ordnungspolitische Auffassungen, die geprägt sind von der Notwendigkeit, gerade als Bankier die Menschen vor Ort in den Mittelpunkt zu rücken. Zu recht plädierte Zellner denn auch dafür, die Gerechtigkeitsfrage nicht außer acht zu lassen. Dies sollte in der Tat auch für die Behandlung der einzelnen Finanzinstitute gelten. Wer die Krise verursacht hat, muss etwa durch eine Bankenabgabe stärker hereingezogen werden als die Genossenschaftsbanken oder eben die Sparkassen, die sich zumindest unschuldig fühlen.
Und die BayernLB? War das auch ein Thema? Nun, inzwischen gehören den Spartkassen ja nicht mehr 50 Prozent. Hier haben sich die Sparkassen ja längst von ihrer 50-Prozent. Exakt sind es heute nur noch 4,18 Prozent. Künftig geht der Einfluss der Sparkassen bei der Landesbank also gegen Null. Ganz schmerzlos aber war die Trennung von der BayernLB auch nicht. Theo Zellner nennt als Verlust für die Sparkassen 3,5 Milliarden Euro. In Zukunft sollten sich die Sparkassen auf die Finanzdienstleistungen für die Bürger und die Kreditversorgung des Mittelstands konzentrieren. Dazu braucht es nach seiner Auffassung keine 16 Landesbanken, aber auch keine Beteiligung von Privaten Investoren an den Sparkassen. Schließlich können sich die Sparkassen bei ihrer Refinanzierung zu 70 Prozent auf ihre Kunden verlassen, erst der Rest kommt vom Kapitalmarkt, also von irgendwo her. . .
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