Riesenauftrag aus Russland für Siemens
Russland, China, Kasachstan es sind nicht gerade Urlaubsregionen, zu denen die Bundeskanzlerin gestern aufgebrochen ist, auch wenn es dort durchaus auch schöne Plätzchen gibt. Doch für Angela Merkel geht es bei dieser Reise ja auch vor allem um ernsthafte Anliegen, etwa vor allem um die Wirtschaftsbeziehungen zu diesen drei Ländern.
Ja, dies gilt neben der schon sprichwörtlichen Boomregion China nicht zuletzt für Russland. Dieses vor allem auch rohstoffreichste Land der Erde mit seinen 150 Millionen Einwohnern wird insbesondere von uns Deutschen, den obligatorisch rohstoffklammen Mitteleuropäern, als eines der Zukunftsmärkte deutscher Unternehmen betrachtet. Kurz vor ihrem Abflug nach Jekaterinburg hat die Kanzlerin die deutsche Position denn auch auf eine kurze Formel gebracht: Es ist in unserem Interesse, dass wir Geschäfte machen, Gewinne machen und mit Russland intensiv zusammenarbeiten!
So wichtig freilich ein solch politisches Klima ist die Musik spielt weiter unter, den Ton geben die Unternehmen an, auf beiden Seiten. Entsprechend prominent war auch die Wirtschaftsdelegation besetzt, die von Angela Merkel mit nach Russland genommen wurde. Siemens dürfte besonders zufrieden sein. Die Bayern haben immerhin einen Riesenauftrag an Land gezogen: Die russische Staatsbahn hat über 250 Züge bestellt, das ist ein Auftragsvolumen von 2,6 Milliarden Euro übrigens hat das auch etwas mit Sotschi zu tun, dem Austragungsort der nächsten Olympischen Winterspiele!
Doch gibt es hier nur Chancen für die Großen? Gehen die mittleren und kleinen Unternehmen, etwa aus Ostbayern, leer aus? Keineswegs! Der Spruch, dass man in Ostbayern verwurzelt sei und dennoch in der Welt, sprich auf den internationalen Märkten zu Hause sein könne, hat nichts mit der Größe der Unternehmen zu tun. Dies dürfte sich zum Beispiel heute Nachmittag beim Osteuropa-Wirtschaftstag der Industrie- und Handelskammer Regensburg zeigen, wenn Experten der Außenhandelskammern aus Bulgarien, der Slowakei und eben auch aus Russland gemeinsam mit dem ja in Regensburg ansässigen Osteuropa-Institut die Chancen erläutern und Einzelberatungen anbieten werden.
Die Slowakei befindet sich längst wieder im Aufschwung, was sowohl mit Blick auf industrielle Großprojekte spürbar ist als auch angesichts sehr ambitionierter Autobahn-Vorhaben. Investiert wird inzwischen, so ist zu hören, aber auch in Bulgarien, jenem EU-Land mit den niedrigsten Löhnen. Hier ergeben sich für die deutschen Partner gute Chancen auf dem Energiesektor, der Umwelttechnik und dem breiten Feld der Infrastruktur, also wie es heißt für den Straßen-, Schienen- und U-Bahnbau. Es lohnt sich jedenfalls gerade für die innovativen Firmen Ostbayerns, ihre Kompetenz diesen dynamischen Ländern anzubieten.
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