Neue Anworten auf eine veränderte Welt
Optimismus, wenn auch nur sehr dosiert, kam heute früh eigentlich nur vom deutschen Aktienmarkt. Sonst aber ging es heute eigentlich mit allen relevanten Zahlen abwärts. Sogar der Goldpreis - als Gegenbewegung zur Flaute bei den Aktien - sank. Offensichtlich geht es nicht mehr nur um die Frage: Wie lege ich mein Geld an? Inzwischen wird dieses Thema von einer viel grundsätzlicheren Thematik überlagert, nämlich der Sorge um die Konjunktur. Von Rezession ist wieder die Rede, und da tut es gut, wenn wenigstens die Kanzlerin Ruhe bewahrt und zumindest nach außen Gelassenheit suggeriert.
Jedenfalls hat sie gestern Abend bei Günther Jauch klar gemacht, worauf es derzeit ankommt, nämlich Antworten zu finden auf eine in der Tat veränderte Welt. Und dies gilt vor allem auf dem Gebiet der Wirtschaft. Angela Merkel deutete sogar an, dass Europa natürlich auf Dauer nicht ohne eine einheitliche Wirtschaftspolitik auskommen kann. Die Angst vor dem Ziel der "Vereinigten Staaten von Europa" ist schon heute unverständlich. Ohne ein Gemeinschaftskonzept in bezug auf die Finanzmärkte geht es nicht. Die Entkoppelung des Bankenapparat von der Realwirtschaft ist eine Fehlentwicklung. Zumal Wirtschaft Psychologie bedeutet. Dies sollten die Abgeordneten des Deutschen Bundestages bedenken, wenn sie am Donnerstag über den erweiterten Rettungsschirm abstimmen.
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