Deutschland mit zwei Billionen Euro verschuldet
Die Griechen sind in aller Munde, heute kam sogar Ministerpräsident Papandreou persönlich nach Berlin, um die letzten Zweifler in den Reihen der Bundestagsabgeordneten davon zu überzeugen, dass es sich für die Europäer lohnt, Griechenland gemeinsam aus der Schuldenklemme zu befreien. So sehr es unbestritten ist, dass die Griechen durch Missmanagement zu ihrer gegenwärtigen Lage selbst beigetragen haben - der Premier aus Athen gab dies heute sogar unumwunden zu.
Gleichzeitig sollten wir und die übrigen Partner nicht übersehen, dass wir selbst auch keine Heiligen sind. Gerade heute hat das Statistische Bundesamt bekannt gegeben, dass Deutschland mit nicht weniger als über zwei Billionen Euro, also mit über 2000 Milliarden Euro verschuldet ist. Für jeden von uns bedeutet dies, dass wir mit jeweils 25 000 Euro in der Kreide stehen. Für den Bund summiert sich diese Verschuldung pro Bürger auf 16 000 Euro, für die Länder trägt jeder Einwohner über 7300 Euro und für die Gemeinden immerhin auch 1600 Euro. Die 25 000 Euro pro Nase unterscheiden sich übrigens gar noch so sehr von dem griechischen Wert. Wichtiger als diese nackten Zahlen ist freilich ohnehin das Verhältnis der Staatsschulden zum Bruttoinhaltsprodukt (BIP), und deshalb hatte die Euro-Währungsunion einst in Maastrich beschlossen, dass die Gesamtverschuldung nicht über 60 Prozent des BIP betragen darf. Davon aber können wir nur träumen. Nur einige kleinere EU-Staaten Estland und Luxemburg sind hier Vorbilder - halten dieses Kriterium ein, Deutschland ist nicht darunter.
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