BMW-Aktie und BMW-Invest steigen

Die Börse spiegelt keineswegs immer die Wirklichkeit wider. Nicht selten spielt sie - die eigentlich durch Angebot und Nachfrage den Wert, den Kurs eines Firmenpapiers darstellen sollte - verrückt. Indem sie zum Beispiel schon mal Entwicklungen vorweg nimmt, die erst später offenkundig werden. Da helfen dann natürlich vor allem konkrete Meldungen, wie etwa Quartalsberichte. In dieser Woche bekommt die Börse wohl wieder besonders viel Futter.

Ja, dies gilt vor allem für die USA, wo man mit Spannung auf die Berichte wichtiger Unternehmen wartet wie IBM, Texas Instruments oder auch Nokia, also alles Firmen des Technologiesektors, auf den derzeit weltweit besondere Hoffnungen ruhen. Aber auf dem Finanzmarkt tut sich was. Schon letzte Woche, als die größte amerikanische Bank JP Morgan einen rasanten Gewinnanstieg meldete - eine Messlatte, die jedoch von anderen Geldinstituten klar gerissen wurde - herrschte an der Börse Zuversicht. Diese Stimmung wurde auch durch die Zahlen von General Electric bestätigt, einem Misch-Konzern, der sehr breit aufgestellt und zum Beispiel auch in Regensburg mit einer Forschungs-Niederlassung für zukunftsweisende Turbinenschaufeln tätig ist. Mit GE Aviation hat sich nach über 60 Jahren das erste Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt wieder in Regensburg angesiedelt.

Apropos Regensburg oder Ostbayern! Was machen denn hier schon lange verwurzelten Unternehmen und Branchen? Die Bayerischen Motorenwerke, also BMW, haben ihre Mitarbeiter gerade erst mit einer Sonderzahlung beglückt, nachdem man für das vergangene Jahr - im Gegensatz zu Daimler und - Audi auf eine Gewinnbeteiligung verzichtet hatte. Wie BMW betont, wolle das Unternehmen damit das "Durchhaltevermögen der Mitarbeiter in den Krisenjahren" honorieren, eine Einstellung, die auch von den Börsianern offenbar für gut befunden wird. Jedenfalls sehen die Experten die BMW-Aktie auf dem Weg zum nächsten Jahreshoch.

Kein Wunder, wurde doch gerade in diesen Minuten ein 60 Millionen Euro-Programm zur Vorbereitung der Produktion eines Elektromobils verkündet. In Wackerdorf werden dabei 100 neue Jobs geschaffen, in das Landshuter Teilewerk werden allein 40 Millionen Euro investiert, das Auto selbst wird ab 2013 in Leipzig vom Band rollen. Aber auch am BMW-Standort Regensburg wird weiterhin kräftig investiert. In den nächsten Tagen will man den neugestalteten Produktionsbereich "Finish" vorstellen.

Längst nicht am Ende ist aber auch der Aufschwung im ostbayerischen Handwerk. Hier meldet jede dritte Firma steigende Auftragseingänge, bei einer sehr guten Auslastung der Betriebe von 92 Prozent. Vor allem aber wird investiert, im Bauhauptgewerbe sogar von 42 Prozent der Unternehmen. Die Erwartungen im Handwerk Niederbayerns und der Oberpfalz haben sich jedenfalls aufgehellt, so dass 18 Prozent der Betriebe von Neueinstellungen berichten. So kann’s weitergehen.

Mo. 19. Jul., go


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