Bilanz in Schule und Oberpfälzer Sparkassen

Heute wird Bilanz gezogen: Die Schüler im Freistaat erhalten ihre Zeugnisse, und bei den Sparkassen wird auch überlegt, wie es weitergeht. Bei der Sparkasse Regensburg ist es der Verwaltungsrat, der sich in diesen Minuten mit der Zukunft auseinandersetzt - erfreulicherweise für die Regensburger: Nicht sie sind der Problemfall, vielmehr könnten sie sogar als Retter auftreten.

Ja, unter den 73 bayerischen Sparkassen gibt es in der Tat solche und solche. Wobei die pure Größe nicht immer aussagekräftig ist. Jedenfalls drückt das Ranking nach der Bilanzsumme schon einiges aus, doch nicht alles. Ungefähr auf gleicher Augenhöhe liegen dabei aus ostbayerischer Sicht die Sparkassen Schwandorf, Neumarkt und Amberg-Sulzbach, mit einer Bilanzsumme von jeweils 1,9 Milliarden Euro. Darunter folgen Kelheim mit 1,7 Milliarden Euro und Cham, wo die Bilanzsumme nur 1,3 Milliarden Euro beträgt.

Und dann natürlich das Sorgenkind Oberpfalz-Nord! Hier sagt die Bilanzsumme allein (1,4 Millairden Euro) noch weniger aus, kamen zur allgemeinen Finanz- und Wirtschaftskrise doch noch hausgemachte Probleme hinzu, die schon 2005 eine Rettungsaktion der Sparkasse Weiden zugunsten der Sparkasse Tirschenreuth notwendig machte. Inzwischen ist die Bankenaufsicht, auch als Folge der Belastung durch die Misere der BayernLB, hellhörig geworden und verlangt - wie zu hören ist - spätestens bis Sommer 2011 eine tragfähige Lösung.

Und da kommen nun die Regensburger ins Spiel, oder? Wie potent sind denn die eigentlich? Nun, mit ihrer Bilanzsumme von 3,5 Milliarden und knapp 1000 Mitarbeitern gehört die Sparkasse Regensburg zu den Top Fünf in Bayern und steht innerhalb der Oberpfalz ganz klar an der Spitze. Kein Wunder; dass die Bankenaufsicht und sicher auch der Sparkassenverband unter seinem neuen Präsidenten Theo Zellner zuerst an die Sparkasse Regensburg denkt, wenn es um die Sanierung von angeschlagenen Instituten geht. Dennoch dürfte es in diesen Minuten unter den 18 Verwaltungsräten, die dieses Thema gerade in der Sparkassenzentrale an der Lilienthalstraße behandeln , heiß hergehen. Zwar bedeutet etwa der Abschied von der BayernLB (früher 50 Prozent Beteiligung, heute nur noch 4,18 Prozent), man könnte auch sagen der "Freikauf", für die Regensburger kein echtes Problem.

Doch eine Belastung für die Bilanz der Sparkasse ist dies natürlich dennoch. Ein Zusammengehen mit der Oberpfalz-Nord gar würde sich natürlich auch für Regensburg negativ niederschlagen. Doch das ist nun mal so, wenn man solidarisch handelt. Und an einem solchen Verhalten innerhalb einer Familie, hier eben der Sparkassen, geht letztlich kein Weg vorbei.

Mo. 02. Aug., go


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