Bankiers sollten Realwirtschaft fördern
Vertrauensbildende Maßnahmen sehen anders aus. Ich will ja nicht behaupten, daß die früheren Staatspräsidenten und Premiers klüger oder gar vorausschauender gewesen sind: Nur haben sie ihre Defizite und Sorgen eben nicht so offen gezeigt - und uns, die Bürger, Konsumenten und Investoren, nicht so hemmungslos an ihrer Konzeptlosigkeit teilhaben lassen. Vertrauen, im Sinne einer Basis für positive Entwicklungen von Wirtschaft und Gesellschaft, kann aber durch eine solche Offenheit nur dann entstehen, wenn spürbar wird, dass Kanzlerin, Präsident und Bankier wissen, wo sie überhaupt hinwollen. Und Schritte zumindest angedeutet werden, um das Ziel stabiler Wirtschafts- und Finanzdaten zu erreichen!
Insofern hat Martin Blessing, der Chef der Commerzbank, schon recht, wenn er für Griechenland ein Aufbauprogramm fordert. Denn nur durch Investitionen können sich die Bürger wie die staatlichen Strukturen aus einem solchen Dilemma befreien. Dafür aber ist Aufbruchstimmung nötig, und nicht Straßenkämpfe. Ob dazu ein Staatsbankrott - wie von Blessing ebenfalls gefordert - gehört, erscheint zweifelhaft. In Griechenland wie in unseren Breiten, etwa bei der Umsetzung der Energiewende, geht es letztlich um Pioniergeist, um ein Gefühl des Dennoch und Trotzdem. Es wird Zeit, dass die Kanzlerin stärker als bisher den Umgang mit Pionieren pflegt, also etwa den Windmachern und Solar-Experten Ostbayerns, ob vom Typ eines Ulrich Lenz oder auch Rewag-Chef Norbert Breidenbach. Dann nämlich würde Angela Merkel vielleicht auch die richtige Einstellung zur Lösung der Finanzkrise finden. Denn Banker - das muss klar sein - sollten eigentlich der Realwirtschaft helfen, und sie nicht - faktisch wie psychologisch - in den Abgrund stürzen. Das aber droht gerade.
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