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Jugendliche aus der ganzen Welt helfen im Nationalpark Bayerischer Wald

Gregor Wolf/ Nationalpark Bayerischer Wald

Was haben die Vereinigten Arabischen Emirate, Rumänien, Deutschland, die USA, China und Spanien gemeinsam? Aus all diesen Ländern reisten jüngst Jugendliche und Betreuer in den Nationalpark Bayerischer Wald, um an einem Workcamp teilzunehmen. Acht Schüler aus der ganzen Welt halfen mit, um den Almschachten über Frauenau freizuschneiden und drei Dämme in einem einst entwässerten Moor bei Riedlhütte zu bauen. Damit sind sie Teil von 1500 Freiwilligen, die sich Jahr für Jahr unter dem Dach des Vereins Internationale Jugendgemeinschaftsdienste in der Bundesrepublik für gemeinnützige Projekte engagieren. Neben spannenden Ausflügen in den wilden Wald stand für die Gruppe vor allem Arbeit auf dem Programm.

Zusammen mit der Nationalparkwacht und dem Naturschutzteam des Nationalparks ging es daran, an zwei Orten spezielle Lebensräume zu erhalten. An den Rändern des Almschachtens muss immer wieder Bewuchs, vor allem junge Fichten und Buchen, zurückgedrängt werden, um die einstige Hochweide offenzuhalten – und so den dort lebenden Spezialisten aus Pflanzen- und Tierwelt auch in Zukunft eine Chance zu geben.

Gleiches gilt für eine Moorfläche bei Riedlhütte, die der Mensch einst entwässert hatte. Nun wurden zwei der damals geschaffenen Gräben im Rahmen des laufenden LIFE+ Projektes mit drei Dämmen verschlossen, so dass der Wasserspiegel wieder ein natürliches Niveau erreichen kann.

Damit auch die Unterbringung zum Erlebnis wurde, durften die jungen Helfer in den Länderhütten des Wildniscamps am Falkenstein übernachten. Betreut wurden sie dabei vom Verein WaldZeit. 

„Die Jugendlichen haben wirklich ein super Engagement an den Tag gelegt“, lobt Nationalpark-Umweltbildungsreferent Lukas Laux. „Sie werden tolle Eindrücke unseres Nationalparks in die ganze

Welt hinaustragen.“ Das Interesse aus aller Herren Länder zeigt laut Nationalparkleiter Franz Leibl zum wiederholten Mal, „dass der Nationalpark Bayerischer Wald Teil eines weltweiten Netzwerks an

Großschutzgebieten und eine international gefragte Anlaufstelle für naturbegeisterte Menschen jeden Alters ist.“

 

Drei Stimmen von Teilnehmern des Workcamps:

 Adnan (16) aus Dubai (Vereinigte Arabische Emirate):

 „Mein Vater hat mir von dem tollen Austauschprogramm erzählt und mich gleich davon begeistert. Ich dachte mir: Hey, das hört sich nach Spaß an. Also bin ich das erste Mal nach Deutschland gekommen. Ich habe nicht erwartet, dass hier alles so grün ist. Gerechnet hätte ich mit mehr und größeren Städten. Aber ich mag den Wald, bin eben auch gern in der Natur. Selbst, wenn ich mit Schlamm einen Damm im Moor abdichte. Und das Wildniscamp ist einfach atemberaubend.“

 

Alyssa (17) aus der Nähe von Chicago (USA):

„Daheim muss ich 30 Minuten mit dem Auto fahren, um in den Wald zu kommen, hier schlafe ich direkt zwischen den Bäumen. Die Luft ist viel frischer

und die Farben sind einfach wunderschön. In den Nationalpark bin ich gekommen, weil ich gern dabei helfe, die Natur zu schützen – und, weil ich ein bisschen Deutsch spreche, bisher aber nicht in

Deutschland war. Zum Wandern ist es hier einfach perfekt. Das Einzige, was ich etwas vermisse, ist Strom in meiner Hütte im Wildniscamp.“

 

Tian (17) aus Shanghai (China):

 „Ich interessiere mich stark für Biologie, weshalb

ich wohl auch in dieser Richtung ein Studium einschlagen werde. Deswegen will ich bei dem Workcamp viel lernen. Der strukturreiche Wald hier scheint auf jeden Fall ein sehr beeindruckender Teil der Natur zu sein. Toll finde ich auch, dass ich viele Freundschaften zu Leuten in meinem Alter aus der ganzen Welt knüpfen kann. Da fühlt man sich gleich wohl. Bloß der Handyempfang im Wildniscamp könnte besser sein. Und in der ersten Nacht fand ich es echt kalt.“

Meldung vom 30.08.2017 13:01 Uhr

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