"An der schönen blauen Donau"
Ludwig Bemelmans
Der Roman spielt 1944 und beginnt in einem Biergarten an der Donau, in dem sich Herr Stolz, der Gauleiter von Regensburg, über das Essen beklagt. Als er zu einer Kapuzinerpredigt über den Schwarzhandel anheben will, schreit jemand: "Ein Schwein!"
In diesem Augenblick spaziert der Bürgermeister am Donaukai vorbei, doch es geht um ein echtes Schwein, das mitten im Fluss auf einem Floß dahintreibt und schließlich auf einer Insel landet, die von den Fischers bewohnt wird, die hier den Regensburger Rettich anbauen. Die Insel ist "ein Stachel im Fleisch des Finanzamts", weil sie nirgends registriert ist, offiziell also gar nicht existiert. Vor allem aber erweisen sich die Inselbewohner nicht nur als eigensinnig, sondern auch als renitent gegenüber der Naziherrschaft.
Ludwig Bemelmans beschreibt von New York aus das Leben in Regensburg unterm Hakenkreuz; mal kräftig karikierend, mal bedrängend lakonisch skizziert er die Chargen des Dritten Reichs, den Gauleiter, den Bürgermeister, den Steuerinspektor und den "feinen Herrn aus Dachau" in der gepflegten Uniform, der jede Woche ohne jedes Aufsehen Regensburger Bürger ins KZ abholt: die Banalität des Bösen und zugleich das leibhaftige Grauen in der Idylle des Biergartens.
Die deutsche Übersetzung erscheint hier erstmals in Buchform mit einem Vorwort von Eva Demski.
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