Franz Fühmann und Egbert Herfurth
Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel
Als Peter Härtling und seine Tochter Sophie Franz Fühmanns Buch mit einem der ungewöhnlichsten Titel der deutschen Literaturgeschichte 1982 in die Hände bekamen, stand ihnen – so Härtling in der ZEIT – ein "wunderbares und seltenes" gemeinsames Leseerlebnis bevor.
Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel, bereits vier Jahre zuvor in der DDR erstmals publiziert, sollten zu einem Klassiker der Kinderbuchliteratur werden.
Ein Sprachspielbuch, eines, in dem der "Zeigefinger" zu einem "Zauberfinger" wird. Küslübürtün heißt der kleine Geist, ein Umlautungeheuer und Zungenbrecher, sonst jedoch ein freundliches Wesen, das Leben in eine Gruppe sich langweilender Kinder bringt.
Mit Sprachrätseln, mit Geschichten, die sich um Worte, um Lautmalerei drehen, mit Hesiod und Homer, Goethe und Hölderlin, mit Stilblüten und Sprachwitz.
Da wird vom "kleinen und" berichtet, das sich aus Einsamkeit Buchstabenpartner sucht. Und da begeistert das Märchen Am Schneesee, in dem eine Fee gerade vom Schneeseekleerehfeezehweh geplagt wird.
Nach vielen Jahren sind sie endlich wieder lieferbar: Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel, "unaufdringlich und pfiffig" (Härtling) von Egbert Herfurth illustriert – ein nicht nur in Zeiten von Pisa umwerfend gebildet wirkendes und zugleich unvergänglich lebendiges Buch.
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