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Vitamin C:
Vitamin C (Ascorbinsäure) wurde als eines
der ersten Vitamine Anfang des 20. Jahrhunderts
vom Ungarn Albert Szent-Györgyi entdeckt.
Er isolierte es erstmals aus Paprika und Kohl.
1933 klärte dann Norman Hawoth auch die
chemische Struktur auf. Beide erhielten dafür
1937 den Nobelpreis für Medizin und Chemie.
Der Chemiker Tadeus Reichstein entwickelt später
ein Verfahren für die industrielle Herstellung
von Vitamin C aus Traubenzucker und wurde ebenfalls
vom Nobel-Komitee geehrt. Die Geschichte des
Vitamin C ist also lang und ruhmreich. Weltweit
bekannt wurde Vitamin C durch die Vitamin-Mangelkrankheit
Skorbut. Seefahrer litten früher häufig
auf langen Reisen unter Zahnfleischfäule,
Gelenkentzündungen, Muskelschwund und Bindegewebeschwäche.
Viele starben durch Herzmuskelschwächen.
Dass dies alles auf Vitamin C-Mangel zurückzuführen
war, auf die schlechte Ernährung an Bord,
wo es lange nur trockenen Zwieback und Dörrfleisch
gab, wusste damals noch niemand. Auch nicht der
englische Schiffsarzt James Lind. Er fand 1752
aber eine Behandlungsmethode gegen den gefürchteten
Skorbut. Frisches Obst- Orangen und Zitronen-
hatten zwei Erkrankten geholfen. Von den Erkenntnissen
profitierte wenig später der Weltumsegler
James Cook. Er nahm Zitronen und Sauerkraut mit
an Bord und verlor bei seinen langen Seefahrten
fortan keine Männer mehr durch Skorbut.
1776 wurde er dafür von der Royal Society
ausgezeichnet.
Wirkung:
Eine der hervorstechendsten Eigenschaften von
Vitamin C ist die Fähigkeit, sogenannte
Freie Radikale unschädlich zu machen.
Freie Radikale entstehen aus Sauerstoff oder
auch als Abfallprodukte im menschlichen Stoffwechselgeschehen.
Vitamin C wirkt zusammen mit Spurenelementen
wie Selen, Zink oder Mangan wie ein inneres „Rostschutzmittel“.
Es schützt unsere Zellen vor der Oxidation
durch Freie Radikale. Insofern wird die Einnahme
von Antioxidantien wie Vitamin C, E oder auch
Vitamin A oft auch prophylaktisch gegen typische
Alterskrankheiten wie Krebs, Herzkreislauf-Probleme
oder degenerative Nervenerkrankungen empfohlen.
Außerdem soll Vitamin C unser Immunsystem
stärken. Es soll die Anfälligkeit für
Erkältungskrankheiten, aber auch für
Rheuma, Asthma oder Allergien senken. Oft nicht
bekannt ist die Bedeutung von Vitamin C für
den Kollagenaufbau, für die Bildung des
Bindegewebes und die Ankurbelung von Entgiftungsprozessen
in der Leber sowie die Bindung und Ausscheidung
von Schadstoffen.
Herkunft:
Vitamin C als zentrales Vitamin mit Multifunktionen
wird von Pflanzen und Tieren produziert. Wir
Menschen haben die Fähigkeit scheinbar
im Laufe der Evolution verloren.
Ausgangsstoff für die Produktion ist Traubenzucker. Über
zwei biochemische Schritte entsteht daraus Vitamin
C. Man vermutet, dass Vitamin C an mehr als 15.000
Stoffwechselabläufen beteiligt ist. Wermutstropfen:
Vitamin C ist auch eines der empfindlichsten
Vitamine und lässt sich sehr schnell durch
Wärme, Licht oder Sauerstoff zerstören.
Durchblick:
Am häufigsten findet man Vitamin C in den
Augenlinsen bzw. in der Tränenflüssigkeit.
Hier ist der Gehalt 50 mal höher als im
Blut. Vitamin C in der Tränenflüssigkeit
hält viele Freie Radikale aus der Umwelt
von der Augenlinse fern. Auch in der Augenlinse
selbst werden ständig Freie Radikale unschädlich
gemacht. Funktioniert dieser Schutzmechanismus
nicht mehr richtig, beginnt sich die Augenlinse
zu trüben.
Vorkommen in der Natur:
In der Nahrung kommt Vitamin C vor allem in Obst,
Gemüse und Grüntee vor, sein Gehalt
sinkt jedoch beim Kochen, Trocknen oder Einweichen
sowie bei der Lagerhaltung. Zitrusfrüchte
wie Orangen, Zitronen und Grapefruits enthalten –in
reifem Zustand unmittelbar nach der Ernte-
viel Vitamin C. Grünkohl hat den höchsten
Vitamin C-Gehalt aller Kohlarten (105-120 mg/100g
verzehrbare Substanz). In Kohlgemüse ist
Ascorbinsäure in Form von Ascorbigen A
und B gebunden. Wir das Gemüse gekocht,
zerfallen die Moleküle in L-Ascorbinsäure
und Indol, so dass es in gekochtem Zustand
mehr Vitamin C enthalten kann als im rohen
Zustand. Durch zu langes Kochen wird das Vitamin
jedoch teilweise zerstört und auch in
das (meist nicht verzehrte) Kochwasser abgegeben.
Rotkraut, Weißkraut und Sauerkraut sind
ebenfalls Vitamin C Lieferanten, was lange
Zeit vor allem in der Seefahrt von Bedeutung
war, da man zur Vorbeugung gegen Skorbut (siehe
unten) ein haltbares, an Vitamin C reiches
Nahrungsmittel benötigte, wozu sich Sauerkraut
am besten eignete. Die höchsten natürlichen
Vítamin C- Konzentrationen hat man in
Camu-Camu und in der Acerolakirsche gefunden.
Viele Gemüsearten enthalten eine Ascorbat-Oxidase,
die insbesondere durch Zerkleinern mit dem Vitamin
in Berührung kommt und dieses oxidiert.
Das führt z.B. bei Rohkost, die nicht sofort
verzehrt wird, zu erheblichen Vitamin C-Verlusten.
Hier der Vitamin C-Gehalt einiger Früchte/Gemüse
je 100g, geordnet nach absteigendem Vitamin C-Gehalt:
Camu-Camu 2.000 mg
Rotkohl 50 mg
Acerolakirsche 1.300-1.700 mg
Weißkohl 45 mg
Hagebutte 1.250 mg
Heidelbeere 22 mg
Sanddornbeere 200-800 mg
Ananas 20 mg
Guave 300 mg
Sauerkraut 20 mg
Schwarze Johannisbeere 189 mg
Avocado 13 mg
Grünkohl 105-150 mg
Kulturapfel 12 mg
Rosenkohl 90-150 mg
Banane 10-12 mg
Paprika 100 mg
Pfirsich 10 mg
Ebereschenfrucht 98 mg
Birne 5 mg
Spinat 50-90 mg
Orange (Apfelsine) 50 mg
Kiwi 80 mg Zitrone 53 mg
Erdbeere 50-80 mg
Die Angaben dienen nur der Orientierung, die
tatsächlichen Werte hängen stark von
den folgenden Variablen ab:
• Sorte der Pflanze
• Bodenbeschaffenheit
• Klima während des Wachstums
• Lagerdauer seit der Ernte
• Lagerbedingungen
• Zubereitung
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