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Nudeln

Nudeln richtig kochen:
Dass Nudelnkochen eine Herausforderung bedeutet, ist sicher übertrieben; aber sie richtig zu kochen ist gar nicht so einfach.

Denn es wollen schon einige Punkte sehr sorgfältig beachtet werden. Deswegen wird von einem echten Pasta-Profi das Kochen - neben der Teigzubereitung - entsprechend ernst genommen. Dabei darf man aber auch keinen einzigen Handgriff dem Zufall überlassen.

Der richtige Topf:
Der ideale Pastatopf muss generell von guter Qualität sein, natürlich groß genug (höher als sein Durchmesser), um genügend Wasser zu fassen, und der Boden muss auf dem Herd plan aufliegen. Die Faustregel lautet: 1 Liter Wasser für 100 g Nudeln, welcher Form auch immer; das ist das Minimum, um Pasta richtig kochen zu können. Erhöht man die Wassermenge noch um ¼ , dann kann das für ein gutes Ergebnis nur von Vorteil sein, denn Nudeln brauchen während der relativ kurzen Garzeit eine möglichst konstante Temperatur, und die lässt sich mit einer größeren Wassermenge leichter halten. Sie werden dabei auch gleichmäßiger umspült. Ein gut passender Deckel ist nötig, um den Topf schnell zu schließen, nachdem die Nudeln in das sprudelnd kochende Salzwasser gekommen sind. So erreicht dieses schnell wieder seine nötige Temperatur. Der Deckel wird dann zu etwa 1/3 zur Seite geschoben, damit der Dampf beim weiteren Kochen abziehen kann. Wer die höheren Kosten für die Energie nicht scheut, kann auch bei offenem Topf fertiggaren. So lässt sich der Kochvorgang genauer überwachen. Die Oberfläche sollte sich deutlich bewegen und kräuseln, aber nicht mehr sprudeln. Die Nudeln bewegen sich auf diese Art in der großen Wassermenge ganz automatisch. Trotzdem sollte ab und zu mit einem Holzlöffel oder einer Holzgabel umgerührt werden, damit sich nicht irgendwelche Nudelnester bilden, welche dann nicht gleichmäßig gar werden.

Al dente – oder der richtige Biss:
Den exakten Garpunkt zu bestimmen, das ist tatsächlich nicht ganz einfach. Es erfordert jedenfalls ein öfteres Überprüfen, wenn sich die Garzeit dem vermutlichen Endpunkt nähert. Beim Kochprozess nehmen die Nudeln, mehr oder weniger langsam, von außen Wasser auf. Sie werden also von außen nach innen immer weicher und quellen auf. Der richtige Punkt ist dann erreicht, wenn sie sich insgesamt weich anfühlen, beim Hineinbeißen aber noch einen deutlichen Widerstand spüren lassen. Wenn sie also noch einen festen Kern haben, der aber nicht roh und kalt sein darf, ist der Zustand erreicht, der von den italienischen Pastaköchen mit "al dente" bezeichnet wird. Dass dieser Prozeß bei getrockneten und frischen, also nicht getrockneten, weichen Nudeln unterschiedlich schnell verläuft, ist nur logisch.

Schnell abgießen:
Bei den teilweise sehr kurzen Garzeiten, vor allem der frischen Nudeln, muß auch der Garprozeß abrupt unterbrochen werden, sobald der exakte Punkt erreicht ist. Sozusagen in "einem Guß" müssen sie dann in den Durchschlag oder in das Sieb befördert werden, um ein nachträgliches Garen zu verhindern. Bei großen Mengen ist dies ein nicht ungefährliches Verfahren –das jedoch mit einem Siebeinsatz wesentlich erleichtert wird.

Die kalte Dusche:
Das "Für und Wider", das Nachgaren der Nudeln durch Abschrecken mit kaltem Wasser zu stoppen, wird durch die Art der Weiterverwendung der Nudeln entschieden. Werden sie kalt abgebraust, wird auch die klebrige Stärkeschicht von den Nudeln gewaschen. In diesem Zustand kann man die Nudeln als Beilage verwenden oder mit Butter anrösten. Will man sie aber mit einem Sugo oder Ragout mischen, dann ist die Stärkeschicht nötig, damit sich die Nudeln mit den übrigen Zutaten gut verbinden und diese nicht an den glatten Oberflächen ablaufen können. Nun gibt es Nudelformen mit gerippter Oberfläche –im Italienischen tragen sie den Zusatz "rigati"-, an denen die Saucen, Sughi und der Käse besonders gut haften bleiben. Dies klappt jedoch nur, solange die Nudeln richtig heiß sind und noch nicht zusammenkleben. Sollte dies dennoch geschehen, kann man sie lösen, indem man heißes Nudelkochwasser darübergießt und dabei das Sieb ständig bewegt. Das Mischen der Nudeln mit den Saucen sollte grundsätzlich nur in einer vorgewärmten Schüssel erfolgen, und zwar unmittelbar nach dem Abseihen.

Pro Portion wie viel?
100 g Nudeln pro Portion ist die Faustregel

Kochzeiten:
Wie der ideale Garpunkt beziehungsweise der richtige Biss einer Nudel sein soll oder wie lange man aber die Nudeln bis zu diesem ganz bestimmten Punkt kochen muß, kann man nicht genau vorhersagen, und deshalb sind alle Angaben über Kochzeiten von Nudeln nur als Richtwert zu betrachten, den es grundsätzlich zu überprüfen gilt.

Frische Nudeln sind in Sachen Kochzeiten ohnehin ein Problem, denn die Kochzeit wird auch davon bestimmt, wie weit die Nudeln bereits abgetrocknet sind. So macht es einen großen Unterschied, ob sie gleich nach dem Schneiden oder erst Stunden später gekocht werden. Auch die Stärke des Teiges beeinflusst die Kochzeit. Darüber hinaus hat der frische Teig von Natur aus eine sehr kurze Garzeit, die man je nach Dicke und Breite der Nudeln kaum noch in Minuten messen kann. Das heißt also, man sollte zumindest die dünnen Nudeln während des Kochvorgangs nicht aus den Augen lassen, um sie bei Erreichen des richtigen Garpunktes sofort abzugießen und den Garprozeß zu stoppen. So brauchen frische Capelli d´ angelo gerade 30 Sekunden, Taglierini etwa 1 Minute und die gefüllten Nudeln wie die Tortellini 4 bis 5 Minuten.

Die industriell getrockneten Nudeln sind problemloser zu kochen, da sie wesentlich längere Garzeiten haben und somit ein Eingreifen leichter möglich ist, wenn man vor Ablauf der angegebenen Garzeit schon mal eine Probe macht. Grundsätzlich sollte man sich nach den Zeitangaben auf den Packungen richten, denn diese können durchaus bei ein und derselben Nudelform je nach Hersteller unterschiedlich sein.

Mit Gemüse oder Schinken:
Ob vegetarisch oder mit Fleisch, Nudeln –mit Eiermilch gebacken- schmecken immer delikat.

Gratinierte Gemüsenudeln

Zutaten:
300 g Elicoidali oder Rigatoni

Für das Gemüse:
250 g Aubergine
200 g Zucchini
100 g Stangensellerie
60 g Zwiebel
1 Knoblauchzehe
4 EL Olivenöl
300 g Tomaten
1 TL gehacker Thymian
½ TL Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1/8 l trockener Rotwein, 30 g Butter für die Form

Für die Käsesauce:
100 g frisch geriebener Pecorino romano
200 ml Sahne
3 Eigelbe
1 EL gehackte gemischte Kräuter (Petersilie, Liebstöckel, Bohnenkraut und Rosmarin)
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
50 g zerlassene Butter

Das Gemüse waschen, trocknen und ungeschält verarbeiten. Die Auberginen vom Stiel befreien, in etwa 1 cm dicke Scheiben, daraus Streifen und diese wiederum in Würfel schneiden. Die Zucchini und den Stangensellerie in Scheibchen schneiden. Die Zwiebel und die Knoblauchzehe schälen und ganz fein hacken. Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Zwiebel mit dem Knoblauch hell anschwitzen, das vorbereitete Gemüse zugeben und bei guter Hitze etwa 4 bis 5 Minuten unter Rühren braten. In der Zwischenzeit die Tomaten blanchieren, kalt abschrecken, häuten, halbieren und die Samen entfernen, das Fruchtfleisch in Würfel schneiden und zu dem Gemüse geben. Mit Thymian, Salz und Pfeffer würzen und den Rotwein zugießen. Bei offener Pfanne und guter Hitze dünsten, bis das Gemüse weich und der Rotwein bis zur Hälfte reduziert ist. Die Nudeln in sprudelnd kochendem Salzwasser al dente kochen, abgießen und mit dem Gemüse vermischen. Eine Auflaufform mit Butter ausstreichen und die Gemüse-Nudel-Mischung einfüllen. Für die Sauce den Pecorino mit der Sahne und den Eigelben verrühren, die gehackten Kräuter zugeben und das Ganze mit Salz, Pfeffer und Muskatnuß würzen. Die Sauce über die Nudeln verteilen und bei ca. 200° C 20 bis 25 Minuten im vorgeheizten Ofen backen. Zwischendurch die Oberfläche mit der zerlassenen Butter beträufeln. Wer eine besonders knusprige Kruste liebt, dem sei empfohlen, die Oberfläche nach der halben Garzeit mit einer Mischung, die je zur Hälfte aus feinen Semmelbröseln und frisch geriebenem Parmesan besteht, zu bestreuen.

 
Heute Fr. Sa.
Teils sonnig, teils bewölkt
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