Bayerische
Creme
Eine Kombination aus der englischen Creme (Grundcreme),
aufgelockert mit geschlagener Sahne und gebunden
mit Gelatine. Sie zählt zu den berühmten
internationalen Desserts und bekommt in ihrer
neutralsten Zusammensetzung den Geschmack nur
von den frischen Zutaten (Eier, Milch und Sahne)
und von der Vanille. Eine zweite, jahrhundertealte,
gestürzte Creme wird auf die gleiche Art
bereitet, das klassische Blancmanger. Es erhält
sein Aroma von süßen Mandeln, die
nur in Milch erhitzt und dann ausgedrückt
werden. Die Grundcreme und somit die Eier entfallen
hier, und Lockerung und Bindung übernehmen
Schlagsahne und Gelatine. Bayerische Creme kann
aber auch nach allen Richtungen aromatisiert
werden; mit Kaffee, Schokolade, Nüssen,
Mandeln und den meisten Früchten. Geschmacklich
und optisch interessant wird sie, wenn verschiedene
Geschmacksrichtungen in Schichten in die Form
gefüllt werden.
Bayerische Creme "Vanille" mit
Himbeersauce:
Zutaten:
½ l Milch
1 Vanillestange
4 Eigelbe
100 g Zucker
7 Blatt Gelatine (oder 15g gemahlene Gelatine)
½ l geschlagene Sahne
Zubereitung:
- Die Eier trennen. Das Ei am Tassenrand aufschlagen.
Dotter über der Tasse von einer Schalenhälfte
in die andere kippen, damit das Eiweiß abgetrennt
wird und in die Tasse läuft. Der festere,
gallertartige Teil am Rand des Dotters muss
sorgfältig entfernt werden. Das Eigelb
gibt man in die Rührschüssel.
- Den Zucker beifügen. Die abgewogene
Zuckermenge zu den Eiern in die Schüssel
rinnen lassen und mit dem Schneebesen vorsichtig
vermischen. Dann etwas schneller rühren.
Damit die Schüssel dabei nicht hin und
her rutscht stellt man sie am besten auf ein
feuchtes Küchentuch.
- Dann das Eigelb und den Zucker cremig rühren.
Für diesen Arbeitsgang keinen Elektroquirl
verwenden, nur den Schneebesen. Der Zucker
soll sich langsam auflösen und mit den
Eidottern eine cremige, keinesfalls schaumige
Masse ergeben, da sonst die Creme zu viel Luft
enthält. Daher nicht zu schnell rühren.
- Im Anschluss die Vanillemilch hinzugeben.
Hierfür die Milch in einen Topf gießen
und auf den Herd stellen. Die Vanilleschote
der Länge nach aufschneiden und das Mark
in die Milch kratzen. Aufkochen lassen. Mit
einer Schöpfkelle die noch heiße
Milch langsam zu der Eierzuckermasse geben.
Dabei ständig rühren.
- Die Creme in einen Topf gießen. Man
gießt die Creme am besten gleich in den
Milchtopf hinein, vorausgesetzt, die Milch
hat sich nicht am Topfboden angelegt. Dann
das Ganze auf den Herd stellen, und unter ständigem
Rühren erhitzen. Vorsicht! Die Creme darf
nicht aufkochen.
- "Die Creme bis zur Rose abziehen", nennt es
der Fachmann. Sie ist dann genügend erhitzt,
wenn Sie auf dem Kochlöffel leicht angedickt
liegen bleibt oder sich beim Daraufblasen Kringel
zeigen, die an die Form einer Rose erinnern.
Aus hygienischen Gründen sollte man die
erste Garprobe vorziehen.
- Die Creme durch ein feines Haarsieb passieren.
Vermutlich kommt vielen dieser Arbeitsgang überflüssig
vor - er ist es nicht! Falls sich doch kleinere
Klümpchen gebildet haben, verschwinden
sie auf diese Weise. Das Durchpassieren ist
eine Qualitätssteigerung für die
Creme und gehört zur gehobenen Küche.
- Die in kaltem Wasser gequollene Gelatine
gut ausdrücken und unter die leicht angewärmte
Grundcreme geben. Rühren, bis sich die
Gelatine vollständig aufgelöst hat.
Ist dies nicht der Fall, kann die Grundmasse
mit der Gelatine nochmals unter Rühren
erhitzt werden, bis der letzte Gelatinerest
gelöst ist.
- Die Grundcreme durch ein Sieb geben, damit
eventuelle Klümpchen noch herausgefiltert
werden. Dafür in eine große Schüssel
Eiswürfel und kaltes Wasser geben und
eine entsprechend kleinere Schüssel hineinstellen.
Sie muss aber so groß sein, dass die
Sahne später mühelos untergezogen
werden kann.
- Auf Eis kalt rühren. Dabei aber keinesfalls
mit dem Schneebesen schlagen, sondern nur behutsam
rühren, denn die Grundcreme soll nicht
schaumig werden. In der Zwischenzeit die Sahne
schlagen. Ist die Grundcreme kühl und
wird leicht dickflüssig, sofort herausnehmen.
- Die entscheidende Phase. Die Grundmasse darf
nicht zu warm und flüssig sein, wie sich
sonst auch die geschlagene Sahne in der Creme
wieder verflüssigt. Ist sie schon zu kalt,
wird sie durch die ebenfalls kalte Schlagsahne
sofort fest und es entsteht keine homogene
Creme.
- Eine ideale Konsistenz ist erreicht, wenn
die Creme dickflüssig vom Löffel
fließt. Während des Einfüllens
die Form einige Male auf ein feuchtes Tuch
aufstoßen, damit eventuelle Luftblasen
entweichen können. Gut kühlen und
zum Stürzen kurz in heißes Wasser
tauchen. Mit Himbeersauce servieren.
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