Unser Experte in diesem Monat:
Jürgen Kestler
V&S GmbH, Experte für Kapitalanlagen und Portfoliostrukturierung
Schatzmeister des Vereins WissensForum Deutschland e. V. [weitere Infos zur Person]
Thema August:
„Was Fußball und Geldanlage gemeinsam haben.“
In diesem Sommer jährt sich der Ausbruch der Finanzkrise, die im Frühsommer 2007 mit der US-Immobilienkrise begann, zum dritten Mal. Seither mussten Anleger an den Börsen starke Nerven beweisen. Wer einen kühlen Kopf bewahrt hat und sich nicht nur von Medien oder Ranglisten leiten ließ, und antizyklisch investiert hat, konnte als Ergebnis eines vernünftigen Finanz- und Liquiditätsmanagements enorme Gewinne einspielen.
(empfehlenswerte Anlagestrategie nach dem 3-Märkte-Prinzip)
Die häufigsten Fehler von privaten Anlegern:
- Risiko und Rendite stehen nicht in einem angemessen Verhältnis:
Anleger lassen sich meist von hohen Renditen locken, ohne sich der Risiken, welche die Anlage beinhaltet, bewusst zu sein. - Medien schüren Angst und Euphorie und fördern dadurch z.B. Goldkauf aus übermäßiger Angst vor Inflation. Zwei Themen beherrschen die Medien in Bezug auf Geldanlagen – Inflation und der Schutz davor durch den Kauf von Gold. Seit zwei Jahren haben wir jedoch keine erhöhte Geldentwertung gesehen und in naher Zukunft zeigen sich auch heute noch keine fundierten Anzeichen dafür. Betrachtet man die Goldpreisentwicklung der letzten 35 Jahre, so haben Anleger, die 1978 in Gold investierten, bis ins Jahr 2007 keine Rendite erwirtschaftet.
Gold als Beimischung ja – mehr auch nicht! - Renditen aus der Vergangenheit sind keine Gewähr für die Zukunft:
Betrachtet man verschiedene Anlageklassen über mehrere Jahre (siehe Grafik), so ist einfach zu erkennen, dass deren jeweilig erzielte Renditen jährlich starken Schwankungen ausgesetzt sind.
- Privatanleger investieren meist nicht antizyklisch und damit nicht am Tiefpunkt eines Marktes, sondern erst, wenn er seinen Hochpunkt erreicht hat. Wer würde heute z.B. in den US-Immobilienmarkt investieren?
- Immer wieder werben Fondsgesellschaften mit den Namen von berühmten Fußballspielern. Bei genauerer Betrachtung der beworbenen Anlagen stellt man fest, dass mit diesen über lange Zeit kein Geld für die Anleger verdient werden konnte.
Auch zur diesjährigen Fußball-WM warb eine deutsche Fondsgesellschaft mit einem ehemaligen Torhüter. Ob die Fondsergebnisse mit seinen spielerischen Fähigkeiten Schritt halten können, muss sich erst noch zeigen.
Vermeidung dieser Fehler mit einem persönlichen Anlagekonzept:
Doch es gibt Parallelen zwischen der Aufstellung einer Top-Fußballmannschaft und der optimalen Strukturierung des Vermögens von Privatanlegern. Gäbe es allerdings heute eine WM des Vermögenszuwachses bei privaten Haushalten, dann würde Deutschland im internationalen Vergleich schlecht abschneiden.
So mehrte sich das Gesamtvermögen der Deutschen von 1997 bis 2007 lediglich um 2%, wohingegen die Franzosen einen Vermögenszuwachs von 9,5% in diesem Zeitraum erzielten.
Im Jahr 2010 wird das wohl nicht anders aussehen. Dieser Unterschied ist vor allem darin begründet, dass die Deutschen ihr Geld vorwiegend in niedrig verzinsten Anlagen halten oder zyklisch an den Börsen anlegen und somit dort immer wieder Ihr Vermögen und deswegen die Führung „verspielen“. Zwar hat der Anteil an Aktien und Fonds im Gesamtportfolio hierzulande zugenommen, allerdings achten die Anleger hauptsächlich auf die Rendite in der Vergangenheit (Ranglisten) und lassen die Risiken einer Anlage nahezu vollständig aus den Augen.
Anleger gehen oft zu hohe Risiken für zu geringen Ertrag ein. Ziel eines jeden Anlegers sollte es sein, bei vorgegebener Rendite ein minimales Risiko einzugehen, bzw. bei einer festgelegten Verlustschwelle die maximale Rendite zu erzielen. Die Risikobereitschaft ist bei jedem Anleger individuell unterschiedlich.
Ein guter Anlageberater berücksichtigt dies auch bei der Gestaltung des Portfolios!
Wie kann man aber sein Vermögen richtig strukturieren und ein möglichste effizientes Portfolio erreichen?
Hier beginnt die Ähnlichkeit mit der Aufstellung einer Top-Fußballmannschaft. Als Torhüter werden Versicherungen gegen existenzielle Risiken und Immobilien, die als Sachwerte inflationsgeschützt und wertstabil sind, auf den Platz geschickt. In der Verteidigung stehen Festgelder und Geldmarktfonds, die einen kontinuierlichen und sicheren Ertrag bringen und den Strafraum „sauber halten“. Im Mittelfeld werden Aktien-, Renten- und Immobilienfonds aufgestellt, welche eine vernünftige Rendite erwirtschaften, aber auch von Schwankungen an der Börse abhängig sind. Diese traditionellen Investments erwirtschaften langfristig im Schnitt 2-8%.
Doch wer schießt die Tore, wenn die Börse einbricht, das Aktiendepot im Sumpf liegt und das Sparbuch und das Festgeld unterhalb der Inflationsrate „dümpeln“? Für diesen Fall müssen börsenunabhängige Stürmer, die sogenannten alternativen Investments auf dem Platz stehen, welche jederzeit und in jeder Situation Tore für eine hohe Rendite schießen können. Diese Anlageklassen erwirtschaften im Durchschnitt Renditen von mehr als 8 Prozent.
Hier gilt wie bei allen Anlageentscheidungen „wer streut, rutscht nicht aus“
– eine Fußballmannschaft besteht auch nicht nur aus ähnlichen Spielertypen.
Und genauso wie ein Anleger muss ein Vereinsmanager immer auf die Kosten achten, welche ein Spieler verursacht und auf die eventuelle Verletzungsanfälligkeit von neuen Spielern, bevor er sie kauft und auf den Platz schickt. Diese Vorgehensweise gilt aber nicht nur für große Fußballclubs, sondern auch für Regionalmannschaften.
Heute können auch private Anleger mit kleineren Beträgen ihr Vermögen breit streuen und viele unterschiedliche Spielertypen mit ins eigene Portfolio nehmen. Eine einzelne Anlage ist nie ein „Allheilmittel“ für ein gesamtes Anlagevermögen, obwohl sie sich zur Stabilisierung und Steigerung des Ertrags im Anlegerdepot eignen kann. 
Wichtige Erkenntnisse für Ihre persönliche Geldanlage:
- Kauf aus dem Rückspiegel ist gefährlich (Ranglisten der Vergangenheit interessieren für die Zukunft nicht)!
- Die Märkte haben sich verändert und werden sich weiterhin ändern!
- Vorsicht vor Modetrends!
- Konzeptionelle Anlagestrategie ist langfristig erfolgreicher als einzelne Produkte!
- Streuen Sie Ihr Vermögen in unterschiedliche Anlageklassen, wie Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Immobilien, Liquidität, Rohstoffe, Beteiligungen!
- Das Risiko muss überwacht werden!
- Sichern Sie Ihre Vermögensanlage gegen existenzielle Risiken ab (Pflege, Krankheit usw.)!
Die Lösung:
Langfristige Betreuung und konzeptionelle Beratung durch gesellschaftsunabhängige Berater, welche die besten Produktanbieter für ihre Kunden wählen können und nicht Konzerninteressen vertreten müssen.
Das WissensForum Deutschland e.V. hilft Ihnen gerne bei der Auswahl des für Sie richtigen Experten und informiert unabhängig. Seien Sie kritisch! Fordern Sie Wissen!














