Unser Experte in diesem Monat:
Jürgen Schott
Experte für Baufinanzierung, private Versicherungen.
Mitglied des Vereins WissensForum Deutschland e. V.
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Thema Oktober:
„Historisches Zinstief erreicht!“
Noch nie war das Baugeld für die Häuslebauer und Immobilienkäufer in den letzten 50 Jahren so günstig wie heute, um ein Eigenheim zu finanzieren.
Seit Wochen können die Immobilienkäufer bei den Banken einen günstigen Hypothekenkredit aufnehmen. Ein guter Baugeldvermittler warnt jedoch davor, allein auf den Zinssatz zu schauen. Es sollten doch einige Punkte beachtet werden.
Die Kreditbelastung muss zum Gehalt passen. Bevor Kreditnehmer sich auf die Suche nach ihrer Traumimmobilie machen, sollten sie einen ehrlichen Kassensturz vollziehen. Denn die monatlichen Zins- und Tilgungsleistungen bei der Kreditaufnahme müssen kontinuierlich, d. h. über einen längeren Zeitraum erbracht werden.
Die Regel lautet: Insgesamt sollte die monatliche Belastung, die sich aus dem Hypothekenkredit ergibt, 40 Prozent des gesamten Nettoeinkommens nicht übersteigen.
Durch das Zinstief erhalten die Kreditnehmer so viel Geld wie nie. Aktuell gibt es für eine Monatsrate von 500,00 Euro bei einer zehnjährigen Zinsbindung und einer anfänglichen Tilgung von zwei Prozent rund 120.000,00 Euro Darlehen. Darlehensnehmer sollten sich für eine Immobilie entscheiden, deren Größe zum Einkommen passt.
Das historisch niedrige Zinsniveau sollte nicht in erster Linie dazu genutzt werden, um die Darlehenssumme zu maximieren. Die kaufmännisch klügere Variante wäre, die Zinsersparnis in eine hohe Tilgung zu investieren. Dann hat die Eigentumswohnung zwar 10 Quadratmeter weniger, dafür ist der Kreditnehmer schneller schuldenfrei und der finanzielle Spielraum erhöht sich.
Die Zinsbindung muss zum Sicherheitsbedürfnis passen. In der Regel ist die Höhe der Zinsen abhängig von der Dauer der Zinsbindung. Eine fünfjährige Zinsbindung kostet aktuell knapp über zwei Prozent. Vorsicht ist dennoch geboten.
Der verlockende Zinssatz kann aber nach fünf Jahren zu einem bösen Erwachen führen, wenn im Jahre 2015 für die Restschuld eine Anschlussfinanzierung vorgenommen werden muss. Keiner kann vorhersehen, wohin sich der Leitzins entwickelt und ob ein Darlehen dann immer noch zu ähnlichen Konditionen wie heute oder eventuell noch günstiger angeboten wird.
Da wir uns aktuell in einer Niedrigzinsphase befinden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dann höhere Zinsen zu zahlen sind. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte eine Zinsbindung zwischen 15 besser noch 20 Jahre wählen. Dies gilt vor allem für Kreditnehmer, welche wenig Eigenkapital einsetzen können.
Das historische Zinstief ist nicht nur für Immobilienkäufer interessant, sondern auch für die Darlehensnehmer, die eine bestehende Baufinanzierung laufen haben. Diese können sich durch Abschluss eines Forward-Darlehens das niedrige Zinsniveau bereits jetzt für 12 bis zu 60 Monate sichern.
Ein Forward-Darlehen wird vom Darlehensnehmer für eine Immobilienfinanzierung genutzt, wenn er sich bereits zum Zeitpunkt des Abschlusses des Darlehensvertrages einen günstigen Zinssatz für die Zukunft sichern will. Es wird auch als „Vorrats-Darlehen“ bezeichnet.
Ein Darlehen sollte immer mit niedrigen monatlichen Raten und jährlicher Sondertilgung zurückgeführt werden.
Eine gut kalkulierte Finanzierungsmöglichkeit sollte so aussehen:
Beispiel 1:
Darlehenssumme 100.000,00 €
Zinsbindung 20 Jahre
Zins 4%
monatliche Rate 583,00 €
Gesamtkosten 148.572.92 €
Beispiel 2:
Darlehenssumme 100.000,00 €
Zinsbindung 20 Jahre
Zins 4%
monatliche Rate 416,67 €
mit jährlichen Sondertilgungen zum Jahresbeginn von 3000,00 €
Gesamtkosten 141.360,73 €
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