Unsere Experten in diesem Monat:
Elke Sander
Rechtsanwältin, Fachanwältin für Erbrecht
2. Vorsitzende des Vereins WissensForum Deutschland e. V. [weitere Infos zur Person]
Jürgen Kestler
V&S GmbH, Experte für Kapitalanlagen und Portfoliostrukturierung
Schatzmeister des Vereins WissensForum Deutschland e. V. [weitere Infos zur Person]
Astrid Biermeier
Expertin für Finanzplanung
Mitglied des Vereins WissensForum Deutschland e. V.
[weitere Infos zur Person]
Konrad Hahn
Dipl.-Betriebswirt, Versicherungsberater, Geschäftsführer gvp
Gründungsmitglied des Vereins WissensForum
Deutschland e. V. [weitere Infos zur Person]
Thema April:
„4. Lebensabschnitt: Selbstständigkeit
und Rente“
Es war einmal….
Begleiten Sie uns weiterhin auf dem Lebensweg von Helga und Klaus M. aus W. und erfahren Sie, wie gute Vorsorge in den einzelnen Lebensabschnitten aussehen kann. Kommt Ihnen das eine oder andere Ereignis bekannt vor? Waren Sie schon einmal in derselben Situation wie Helga und Klaus M. aus W.? Haben Sie genauso gehandelt oder anders? Wir freuen uns, wenn Sie sich in manchen Situationen wieder erkennen und Sie unsere Ratschläge berücksichtigen. Erfahren Sie also die nicht ganz wahre Geschichte von Helga und Klaus M. aus W., die aber wahrlich kein Märchen ist….
Helga widmet sich während des Erziehungsurlaubs den kleinen Zwillingen und hält Klaus für sein berufliches Fortkommen den Rücken frei. Schon seit einiger Zeit denkt Klaus‘ Chef an seine Nachfolge und plant diese. Da seine eigenen Kinder den Heizungsbaubetrieb nicht übernehmen werden, baut er Klaus konsequent zu seinem Nachfolger auf. Klaus hat sich in die Unternehmensführung gut eingearbeitet. Zunächst pachtet er den Betrieb. Dadurch wird sein Chef arbeitsmäßig entlastet und Klaus hat die Möglichkeit, bevor er den Betrieb tatsächlich erwirbt, sich in der Rolle des Unternehmers zurechtzufinden. Klaus und auch sein Chef, der jetzt mehr Zeit als zuvor auf dem Golfplatz verbringen kann, kommen mit der neuen Situation gut zurecht.
Die Angestellten freuen sich ebenfalls über den „neuen Wind“ in der Unternehmensführung. Schon bald ist man sich einig, dass Klaus den Heizungsbaubetrieb tatsächlich erwerben wird.
Die beiden lassen sich von einem auf Unternehmensnachfolge spezialisierten Rechtsanwalt beraten. Um unerwünschte steuerliche Folgen zu vermeiden, ziehen sie auch einen Steuerberater zu den Verhandlungen hinzu. Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die Klaus finanziell nicht übermäßig belastet, dem scheidenden Unternehmer aber sein Auskommen im Ruhestand absichert. Während der Verhandlungen werden verschiedene Modelle erörtert, etwa auch die Bezahlung einer lebenslangen Rente an den Unternehmer statt eines fixen Kaufpreises. Mit Hilfe von Rechtsanwalt und Steuerberater finden Klaus und sein Chef eine Lösung, die für beide finanziell auskömmlich und steuerlich optimiert ist.
Nach dem Erwerb des Handwerksbetriebes nimmt Klaus sich zusammen mit Helga die Zeit, vom Rechtsanwalt ihren Ehevertrag und auch ihr gemeinschaftliches Testament überprüfen zu lassen. Diese werden an die neue Situation der Eheleute angepasst und mit den Nachfolgeregelungen in Klaus‘ Gesellschaftsvertrag abgestimmt.
Auch macht sich Klaus damit Gedanken über die Versicherungen nunmehr seines Betriebes. Er lässt sich alle Versicherungsverträge, die das Unternehmen betreffen, aushändigen. Einige gehen automatisch auf ihn über, andere muss er neu abschließen.
So läuft beispielsweise die Feuerversicherung für Gebäude und Maschinen auf seinen Namen weiter. Er muss sich nur überlegen, ob er das auch so will. Denn häufig sind bereits länger bestehende Versicherungen veraltet. Die Versicherungssummen sind niedrig, der Beitrag ist dagegen zu hoch und der Vertreter, der den Chef betreut hat, ist auch schon ein wenig betagter. Dennoch ist es oft sinnvoll, die Versicherungen zunächst einmal zu übernehmen.
In der Regel ist der Versicherungsbeitrag bereits bis zum Ende des Jahres bezahlt und verfällt, wenn Klaus jetzt kündigt. Nach dem Kauf sollte er sich aber zügig darum kümmern, dass alles geprüft und dann auch entsprechend angepasst wird. Andere wichtige Versicherungen bestehen möglicherweise gar nicht oder gehen nicht auf ihn über. Hier können Deckungslücken entstehen, die die neue Existenz schnell aufs Spiel setzen. Vernünftigen Rat kann ihm ein unabhängiger, auf Unternehmensversicherungen spezialisierter Versicherungsmakler oder Versicherungsberater bieten. Den richtigen zu finden, ist gewiss nicht ganz einfach. Aber die Suche lohnt sich.
Mit Hilfe seiner engagierten Mitarbeiter führt Klaus den Heizungsbaubetrieb erfolgreich und erweitert ihn stetig. Dies führt dazu, dass sich Klaus mittlerweise auf einen ruhigen und sorgenfreien Ruhestand vorbereiten kann. Während seiner Selbständigkeit war er nicht mehr sozialversicherungspflichtig und musste sich somit um seine eigene Altersvorsorge Gedanken machen. Aufgrund seiner Angestelltentätigkeit vor der Übernahme des Betriebs steht Ihm eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu. Der Anspruch ist aber gering, da er nur 15 Jahre Beiträge hierzu geleistet hat. Aber auch die gesetzliche Alterssicherung hat sich geändert. Seit 2012 ist das gesetzliche Renteneintrittsalter schrittweise auf das 67. Lebensjahr angehoben worden. Wer früher in den Ruhestand gehen will, muss mit Kürzungen seiner monatlichen Rente rechnen.
Gut, dass sich Klaus um seine Alterssicherung gekümmert hat. So hat er für sich und Helga mit verschiedenen Sparbausteinen vorgesorgt. Zum Einen hat er steuerliche Vergünstigungen genutzt, indem er eine Basisrente (auch Rürup-Rente genannt) und eine Betriebliche Altersversorgung für sich installiert hat, die ihm ab dem 65. Lebensjahr eine monatliche Rentenzahlung garantieren. Über das so angesparte Kapital kann Klaus jedoch nur in Form einer lebenslangen Rente verfügen, welche frühestens ab dem 60. Lebensjahr ausbezahlt wird. Um die Nachteile in der Verfügbarkeit während der Ansparphase auszugleichen, hat er auch noch private Vorsorgebausteine in Form von Investmentsparverträgen und anderen Kapitalanlagen gewählt, über die er auch vor Renteneintritt flexibel verfügen kann.
Nachdem Klaus noch 8 bis 10 Jahre die Geschicke der Firma leiten möchte, denkt er schön langsam auch an seine Nachfolge. Er hofft, dass einer der Zwillinge Interesse an der Weiter- führung des Betriebes hat. Parallel dazu fördert er gute Mitarbeiter, um gerüstet zu sein, falls die Kinder doch einen anderen Weg gehen möchten.
Info:
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